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Bilanz
Dieses
Projekt hat allen „Aktivisten“ unerwartet viel abverlangt, in erster
Linie:
ganz viel Kraft und Ausdauer (wichtig im Kampf um Demokratie!). Wir
haben die
zahllosen Unterschriften-Sammlungen auf der Straße, vor
Kirchengemeinden oder
an der Haustüre ja nicht in der Unterrichtszeit durchgeführt,
sondern fast
ausschließlich in unserer Freizeit, ja, auch an Wochenenden! Und
das meist bei
klirrender Kälte, eisigem Wind, Schneetreiben oder strömendem
Regen! Deshalb
empfehlen wir auch dringend allen Nachahmern, Bürgerbegehren
ausschließlich in
der warmen Jahreszeit durchzuführen ...
Was
die Bilanz betrifft: Die fällt natürlich nur positiv aus –
schließlich haben
wir „gewonnen“! Die ersten Stolpersteine werden vermutlich schon vor
den
Sommerferien 2006 im Krefelder Stadtgebiet verlegt!
Wir
hätten allerdings auch „gewonnen“, wenn wir „verloren“
hätten! Denn wir haben
alle – Schüler wie Lehrer – unfassbar viel gelernt! Und zwar viel
mehr, als man
im gewöhnlichen Politik- oder Gesellschaftslehre-Unterricht lernen
kann! Hier
nur ein paar Beispiele – manche Lerneffekte werden wir vermutlich
selber erst
später bemerken:
Was haben wir
gelernt?
Wir
haben gelernt ...
- andere
Menschen von unserem Standpunkt zu überzeugen;
- die
(ungeschriebenen) Gesetze der Kommunalpolitik zu verstehen und zu
respektieren;
- wie man die
Öffentlichkeit „mobilisiert“;
- wer in
unserer Stadt „wichtig“ ist
(wir zum Beispiel!) und wer nicht (...?);
- wie man sich
mit Gleichgesinnten
„vernetzt“;
- wie man das
Internet für demokratische Zwecke nutzt;
- wie man der
Presse Interviews gibt;
- wie man
Leserbriefe schreibt;
- dass wir als
Nicht-Juden,
Christen oder Muslime in der Jüdischen Gemeinde jederzeit
willkommen sind;
- dass
es auf den Straßen von Krefeld immer noch einige Antisemiten
gibt;
- dass es aber
viel mehr tolle Leute (z.B. überlebende Opfer der NS-Zeit) gibt,
die wir ohne
unser Projekt nie kennen gelernt hätten;
- dass wir
eine Gemeindeordnung haben,
die den Willen der Bürger respektiert;
- dass „die da
oben nicht einfach machen
(können), was sie wollen“;
- wie man mit
lokalen und überregionalen „Promis“ ganz
entspannt redet oder verhandelt;
- und (last
not least): wie man ganz viel lernen
kann, ohne dass es nach Schule oder Unterricht „riecht“ ...
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